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Mein Oktober - Der Rückblick - Blues

Der Oktober - Blues....

Schon drei Monate...

Der Oktober ist bereits mein dritter Monat, als selbständige Kinder- und Familienfotografin.
Mein dritter Monat, in dem ich mich voll und ganz auf das konzentrieren kann, was ich so sehr liebe:
Kinder und ihre Familien fotografisch zu porträtieren.
Ihre ganz persönlichen Geschichten einzufangen.
Sie in Form eines fotografischen Liebesbriefes festzuhalten.

Ich bin immer noch völlig überwältigt, von meiner Entscheidung, diesen Weg eingeschlagen zu haben.
Von dieser Kraft, die in mir steckt.
Von dem Vertrauen, mir zu vertrauen und die nächsten Schritte auf mich zukommen zu lassen.
Sich fallen zu lassen und alles so anzunehmen wie es kommt.
Ich kann eben nicht alles voraus sehen und alles in meiner Planung mit bedenken.
Wie auch.
Ich habe mit dieser Entscheidung mein gewohntes Terrain verlassen.
Diese "Sicherheit" jeden Monat einen festen Betrag auf mein Konto überwiesen zu bekommen.
Zu wissen, wenn ich mal "keinen Bock" auf die Arbeit habe, mache ich einfach "lari-fari".
Es bleibt ja eh alles wie gehabt und mir passiert nichts.

Es war so ruhig....

Fotografisch gesehen, war es ein extrem ruhiger Monat.
Drei Fotosessions verzeichnet mein Kalender.
Erholsam, sagt mein Gefühl.
Beängstigend, sagt mein Kopf.

Meine Sicherheit, jeden Monat einen festen Betrag überwiesen zu bekommen ist weg.
Nun muss ich etwas dafür tun.
Vorher etwa nicht?
Doch na klar! -die Verantwortung lag nur nicht bei mir. 
Ich habe sie an meinen Arbeitgeber abgegeben.
Nun jedoch liegt sie bei MIR.

Da wird aus einem muss eben schnell ein MUSS.
Der Druck erhöht sich, denn Sätze wie: "Wenn ich davon leben will, dann MUSS ich auch richtig was dafür tun."
M.U.S.S

Durch die fotografische Ruhe, merkte ich wie das MUSS immer größer wurde, der Druck sich erhöhte.
Ach das ist Quatsch, nicht der Druck, sondern MEIN Druck.
Der Druck den ich mir selbst auferlegte.
Ein MUSS eben.

So strengte ich meine Synapsen an, feuerte sie an hin und her zu sausen und neue Ideen zu produzieren.
Sie sollten analysieren, woran liegt es....
Und plötzlich schon sich ein Riegel vor die Tür.
Die Tür war blockiert.
Doch ich MUSSTE ja was machen, also versuchte ich auf biegen und brechen durch diese Tür zu gelangen.
Neues zu erschaffen.

Bei meinem wilden hin und her gezappel und gerenne mit meinem MUSS, bekam ich einen Tunnelblick.
Das MUSS und mein Druck wurde immer Größer.
>> Siehste, die Selbstständigkeit ist eben kein Zuckerschlecken! <<

Selbst und Ständig

Komisch, warum läuft das denn bei XY so leicht?
Warum funktioniert das bei XY und bei mir nicht?
Ich begann mich verstärkt mit anderen zu vergleichen....
Mein MUSS wurde dadurch nur noch größer und rief meine Selbstzweifel.

Ich merkte, dass ich mich selbst ausbremste.
Das dieses MUSS im Kopf, meine persönliche Handbremse ist.
Loslassen.
Ja, loslassen war das was mir helfen würde.
Ich spürte und wusste es.
Ja und loslassen ist ja sooooo einfach, wenn einen Ängste und Selbstzweifel packen....

Meditation und die Bewegung in der Natur halten mir, mich zu beruhigen.
Mich neu auszurichten und mich zu besinnen.

>> Siehste, die Selbstständigkeit ist eben kein Zuckerschlecken! <<

>> Wenn Du Selbstständig bist, dann bist Du Selbst und Ständig! <<
>> Die Selbstständigkeit ist harte Arbeit! <<

Jap, Du mich auch!
Willkommen ihr versteckten Glaubenssätze!

Was nicht alles so zu Tage kommt, wenn es ruhig ist.
Wenn ich mich nicht mit Arbeit zuschütten kann, so wie die letzten Jahre.
Die letzten 1,5 Jahre hatte ich meistens 16 Stunden Tage.
Mein Tag fing morgens um 5:30 Uhr an.
Nachdem ich mich fertig gemacht hatte, startete ich den PC und kümmerte mich um mein Baby Zauberhaft ~ Lebendig.
Danach ging es in die Kita, um die Kiddis zu umsorgen und sie ein Stückchen auf ihrem Lebensweg zu begleiten.
Anschließend ging es nach Hause.
Der Haushalt und Einkauf wurde zwischen durch erledigt - mehr oder weniger.
Danach ging es wieder an den PC.
Fotos bearbeiten, Bloggen, Marketing betreiben, Telefonieren etc.

Das fiel die letzt Zeit natürlich alles weg!
Nun habe ich mehr Zeit und Ruhe die Dinge anzugehen.

Nun jedoch zurück zu meiner hübschen Handbremse, den Glaubenssätzen.

-> Siehste, die Selbstständigkeit ist eben kein Zuckerschlecken!

Das ist etwas was überall kursiert. Das Arbeitsleben als Angestellte, war für mich auch nicht immer ein

>> Zuckerschlecken<< !

Darum geht es auch nicht!

Als Selbstständige, als meine eigene Chefin fühle ich mich viel Wohler in meiner Haut!

So wohl habe ich mich noch nie gefühlt und darum geht es doch!

Um mein Gefühl, um mein Wohlbefinden!

-> Wenn Du Selbstständig bist, dann bist Du Selbst und Ständig!

Ja und!?
Das bin ich, wenn ich wo angestellt bin auch!
Da hab eich auch meine tagtäglichen Aufgaben zu erfüllen, also bin da auch SELBST und STÄNDIG am arbeiten.
Der Unterschied liegt jetzt nur darin, dass ich NICHT für jemand anderes Arbeite, dessen Ansichten und Werte vertreten MUSS (da ist es wieder ;-) ).
Nun darf ich FÜR MICH arbeiten, die Verantwortung liegt bei mir!
Das ist der kleine, aber feine Unterschied!

Für mich einer mit einer großen Wirkung auf mich und mein Leben.
Als meine eigene Chefin fühle ich mich viel wohler, es entspricht mir und meiner Persönlichkeit mehr.

-> Die Selbstständigkeit ist harte Arbeit!

Aha, das ist ja interessant.
Wen ich beruflich das machen darf, was ich LIEBE ist es für mich ein Geschenk!
Natürlich gibt es auch mal eine Phase oder eine Begegnung die "schwieriger" als gewohnt ist.
Das Leben ist eben    B E W E G U N G, mit auf und ab´s.
Wie eine Achterbahnfahrt, die Adrenalin frei setzt und mit ihren Höhen und Tiefen neuen Schwung bringt.

Weißt Du, was mir da noch einmal so richtig bewusst geworden ist?
Es sind NICHT meine Glaubenssätze, sondern jene aus meinem Umfeld.
Dein Unterbewusstsein saugt alles auf, wie ein Schwamm, völlig egal, ob es Dir schadet oder Hilfreich ist.
Dein Unterbewusstsein bewertet und filtert nicht.
Es nimmt einfach nur aus.

Danke

Durch die Ruhe im Oktober, habe ich wieder ein Stückchen zu mir selbst gefunden.
Bin mir näher gekommen.
Weiß und spüre was mir wichtig ist.
Diese Auszeiten sind so wertvoll!
Jop, ich und Du können sie uns nicht immer aussuchen.
Doch wir können sie annehmen und schauen was sie uns bringen.

Mir hat der Oktober das Vertrauen in mich selbst zurück gebracht.
Er hat mir gezeigt, dass ein MUSS in meinem Kopf mich nicht weiter bringt, sondern blockiert.
So sehr blockiert, dass ich doch glatt mit dem Kopf versuchte habe durch die Tür zu donnern.
Dabei wäre es viel hilfreicher gewesen einen entspannten Schritt zurück zu machen.
Den Blick zu öffnen und den Harken am Riegel zu sehen, den ich mit einer einzigen Bewegung hätte Lösen können.
Die Tür hätte ich mit Leichtigkeit öffnen und hindurch schreiten können.

Tja, so ist das manchmal.
Hinterher ist man immer schlauer...oder?
Nun, schlauer vielleicht nicht immer unbedingt, jedoch wieder etwas dazu gelernt und ein Stückchen gewachsen.

Mein fotografisches Highlight war das Fotoshooting auf dem Lebenshof Lilly.
Auf diesem Hof leben alle Tiere im Einklang und teilen sich die Wiesen und Ställe.
Ein zauberhafter Ort, an dem ich nun Fotoshootings für Kinder und Familien anbieten darf.

Nun ist es ein sehr persönlicher Oktober Rückblick geworden.
Tja, dass passiert, wenn mich der Schreib-flow packt.
Dann sprudeln die Gedanken und Gefühle nur so heraus und manifestieren sich.
Als selbstständigen Kinder- und Familienfotografin geht es eben nicht immer nur um Fotografien, sondern auch ganz viel um sich selbst.

Vielleicht findest Du Dich hier und da in meinen Worten und Gefühlen wieder.
Vielleicht inspiriert er Dich und gibt Dir das Gefühl "nicht allein zu sein".

Egal, an welchem Punkt Deines Lebens Du Dich gerade befindest.
Nimm an was ist und konzentriere Dich immer auf den nächsten Schritt.

Danke, für Deine Zeit

Fühl Dich umarmt

Deine Jenny 

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