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Wenn die Augen lachen und das Herz tanzt

Anfang August durfte ich diese kleine, quirlige Familie kennen lernen.
Der kleine Mann war zu Anfang eher schüchtern. Aus sicherer Entfernung begutachtete er mich erstmal und beobachtete was ich so machen.
Als er merkte das Mama und Papa sich mit mir unterhielten, beschloss er wohl für sich das ich wohl ganz cool sei.

Mit gepackten Taschen, voller Ersatzkleidung und Snacks machten wir uns dann auf und spazierten in den benachbarten Park.
Dort floss ein kleines Bächlein und verschwand dann im angrenzenden Waldstück.
Nebenan war sogar ein Spielplatz, also ein traumhafter Platz für den kleinen Flitzer und um den Familienausflug in natürlichen Fotos festzuhalten.
Da der Spielplatz leider schon durch eine Gruppe Kinder (scheinbar die Ferienspiele) besetzt war, sind wir ans Bachufer gegangen.
Wir hatten uns gerade ausgebreitet und wollten starten, als eine weitere Gruppe Kinder angeflitzt kam. 
Sie sprangen um den Bach herum, stiefelten durchs Wasser und kescherten mit ihren Eimern und Sieben nach etwas.

 

Vertrieben von Kindern - auch nicht schlecht *lach* .
Mit einem breiten Grinsen nahmen wir dann also unser "Gepäck" und spazierten Richtung Wald.
Dort waren wir dann ungestört und konnten uns ausleben.
In der Zwischenzeit, verlor der kleine Mann seine scheu und taute regelrecht auf!
Diesen Prozess finde ich immer wunderschön anzusehen.
Kinder beobachten gerne zu erst, besonders Dinge oder Personen die ihnen noch unbekannt sind und wo sie noch nicht recht wissen was auf sie zu kommt.

Im Wald spielte Papa mit ihm Flugzeug. Mit Mama lieferte er sich ein Wettrennen und dann war da noch die Brücke.
Die Brücke hatte es ihm förmlich angetan. Graue Steine, die mit Graffiti besprüht waren. Auf dem kleinen Weg, der unter der Brücke her und am Bach entlangführte, konnte man gerade so lang gehen.
Also eigentlich nichts besonderes.
Eigentlich.
Mama erzählte mir, das über die Brücke in regelmäßigen Abständen die Züge fahren.
Manchmal würde sie hier her kommen und den Zügen lauschen, weil ihn das Geräusch so faszinierte. 
Einige Minuten später raste ein Zug über uns hinweg und da konnte ich sie verstehen.
Die Faszination Brücke. 

Es war ein angenehmes Geräusch, dass so machtvoll über uns kam.
Es war ein Geräusch von Ehrfurcht, ohne das es beängstigend wirkte, eben pure Ehrfurcht. In diesem Augenblick wurde mir bewusst, in was wir für einer einzigartigen Welt leben, die so viel Zauber und Magie in sich trägt.
Leider wissen wir dies gar nicht zu schätzen....

 

Nachdem der Zauber vorüber war und kein weiterer Zug über "seine" Brücke fuhr, machten wir uns auf den Weg zu einem Spielplatz.
Der Spielplatz lag etwas versteckt in einer Siedlung.
Dort angekommen, flitze der kleine Mann erstmal einen angelegten Hügel rauf und runter.
Papa wartete unten, fing ihn auf und wirbelte ihn durch die Luft.

Da Mama eine schöne Kugel hatte und den kleinen Mann nicht mit Schwung auffangen konnte, legte sie sich einfach kurzer Hand ins Gras und alberte mit ihrem Sohn herum.
Sie knuddelte, killerte und liebkoste ihn.
Zum Schluss ließ sie ihn dann etwas in der Luft baumeln.

Als Außenstehende an solchen Momenten teilhaben zu dürfen ist für mich ein unglaubliches Geschenk.
Es macht mich zutiefst dankbar, für all´ die Menschen die meinen Weg kreuzen.
Jeder einzelne ist etwas Besonderes und für jeden einzeln bin ich dankbar!

 

 

Wenn ich die Fotos betrachten, steigen mir sofort all´ die Geräusche von diesem Morgen in die Ohren. Ich kann das noch feuchte Grass riechen und fühle die warme Luft auf meiner Haut.
Ich spüre beim betrachten diesen Moments zwischen Eltern und ihrem Sohn, die innige Liebe, die alle miteinander verbindet. 

Die Liebe innerhalb der kleinen Familie, die gerade noch am wachsen ist, ist pure und bis in jeder klitze-kleine Pore spürbar.
Die Liebe ist das wertvollste Geschenk, dass uns entgegen gebracht werden kann.
Und ja, es ist nicht immer leicht, es ist auch nicht immer das was wir uns gerade wünschen, doch die Liebe macht unser Leben bunter, dynamischer.
Sie bereichert es.

Jemanden zu Lieben ist mehr als die Worte "ich liebe dich" in den Mund zu nehmen.

Jemanden zu lieben bedeutet ihm zu zu hören, ihm etwas zu essen zu zubereiten, ihn in den Arm zu nehmen und ihm mit voller Präsens zu zuhören.
 Jemanden zu lieben bedeutet für ihn aufzustehen und das Licht an zu machen, für ihn einkaufen oder zur Post zu gehen.
Jemanden zu lieben bedeutet dessen Bedürfnisse wahrzunehmen, ihn zu umsorgen, ein Stück von sich selbst hinten an zu stellen.

Jemanden zu lieben bedeutet ihm nicht nur die Worte "ich liebe dich" oder "ich habe dich lieb" in den Mund zu nehmen.
Lass Taten für deine Liebe sprechen, zeige es demjenigen denn das ist eine Bereicherung für euch beide  

 

 

Ich wünsche Euch noch viele bunte und herzliche Momente, als Familie!


Eure Jenny